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Ausstellungsarchiv des DBSM

Blick in die Ausstellung "Bildfabriken" Foto: DNB, André Wendler

Das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek bietet mit seinen Ausstellungen einen interdisziplinären Blick auf die Buch- und Mediengeschichte. Ausgangsbasis hierfür sind die facettenreichen Sammlungen des Museums sowie aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen. Diese werden in den Ausstellungsprojekten mit verschiedensten Kooperationspartnern kuratiert und erhalten in drei verschiedenen Ausstellungsräumen eine öffentlichkeitswirksame Präsentation. Das Archiv umfasst alle Ausstellungen des Museums seit dessen Umzug in den vierten Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek im Jahr 2012.

2019–2024

2016–2018

Albert Kapr 100

29. Juli 2018 bis 11. Mai 2019 // Foyerpräsentation

Albert Kapr (1918-1995), einer der großen Typografen des 20. Jahrhunderts, wäre am 20. Juli 2018 100 Jahre alt geworden – für das Deutsche Buch- und Schriftmuseum ein Anlass, den Buchkünstler, Hochschullehrer, Rektor, Historiker und Autor mit einer Veranstaltung und einer kleinen Schau zu würdigen. Albert Kapr ist nicht nur ein herausragender Vertreter seines Faches, sondern steht zugleich für eine besonders produktive Phase in der Leipziger Typografiegeschichte.

Die präsentierten Objekte aus dem reichen Schaffen des 1995 verstorbenen Künstlers, entstammen dessen im Museum bewahrten Nachlass. Dieser ist seit der Integration der Museumssammlungen in das Portal der Deutschen Nationalbibliothek Anfang 2018 auch dort recherchierbar. Im Rahmen der Ausstellung haben sich Studierende der Hochschule für Grafik und Buchkunst mit Albert Kaprs Text „Die Kunst des Bücherkaufens“ auseinandergesetzt und präsentieren ihre ganz persönliche Auswahl bester und schönster Bücher.

In Kooperation mit der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig.

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Zeichen als Waffen. Zum Beispiel das Emblem der Roten Armee Fraktion

22. Juni 2018 bis 6. Januar 2019 // Wechselausstellung

Zeichen, Texte und Bilder werden von Terrorgruppen als Waffen genutzt. Wie aus Bildern und Buchstaben Waffen werden fragt die Ausstellung „Zeichen als Waffen. Zum Beispiel das Emblem der Roten Armee Fraktion“.
Um politische Handlungen zu erzwingen, setzen gewaltbereite Gruppen auf die Macht der Medien genauso wie auf Sprengstoff und automatische Gewehre. Die Ausstellung stellt das Emblem der Roten Armee Fraktion (RAF) aus fünfzackigem Stern, Maschinenpistole und den drei Buchstaben in einen zeithistorischen Kontext und unternimmt den Versuch einer Dekonstruktion der Bildwortmarke. Sie geht dabei exemplarisch der Frage nach, wie aus grafischen Zeichen Gewaltakte werden können.
Für das Deutsche Buch- und Schriftmuseum ist das Thema der Ausstellung ein prominentes Beispiel dafür, dass „die Werkzeuge der Kommunikation – Zeichen, Buchstaben, Bilder – nicht neutral sind, sondern immer schon Deutungen der Wirklichkeit transportieren“, wie Stephanie Jacobs, Leiterin des Museums, zusammenfasst. Dies an einem aktuellen Beispiel zeigen zu können, macht die Ausstellung für das Deutsche Buch- und Schriftmuseum zu einem wichtigen Programmbaustein.
Die Ausstellung wird kuratiert von Günter Karl Bose, Felix Holler, Jaroslaw Kubiak und Daniel Wittner in Kooperation mit der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig.

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Bildfabriken. Infografik 1920 – 1945. Fritz Kahn, Otto Neurath et al.

7. September 2017 bis 2. April 2018 // Wechselausstellung

Mit „Bildfabriken“ zeigt das Deutsche Buch- und Schriftmuseum eine Ausstellung, die sich dem grafischen Bildzeichen als Informationsquelle widmet. Schon vor 100 Jahren haben Typograf*innen, Wissenschaftler*innen und Grafiker*innen an einer wortlosen, bildbasierten „Sprache“ gearbeitet, die sich die universelle und sprachunabhängige Verständigung durch Bilder zunutze machte: „Worte trennen, Bilder vereinen“, hat damals Otto Neurath, einer der Vordenker der populären Infografik, als Motto seiner neuen Bildsprache ausgegeben.

Die Ausstellung, die in Kooperation mit dem Seminar für Kommunikationswissenschaften der Universität Erfurt entstanden ist und von der Kulturstiftung des Bundes finanziert wurde, beschäftigt sich mit der Neuentdeckung und Profilierung des Bildes als Informations- und Kommunikationsquelle am Anfang des 20. Jahrhunderts. Dabei greift die Schau auf die in der Deutschen Nationalbibliothek bewahrten Publikationen zurück, zeigt aber auch unikale Bestände aus US-amerikanischen, britischen, niederländischen, österreichischen und Schweizer Archiven, um das internationale Thema erstmals umfassend zu erforschen und in einer Ausstellung zu präsentieren.

Gefördert im Programm Fellowship Internationales Museum der Kulturstiftung des Bundes, in Kooperation mit der Universität Erfurt.

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„Brausepulver im Nachtgeschirr“ – 100 Jahre Humor in deutschen Zeitschriften

21. Mai bis 30. September 2017 // Wechselausstellung

Das 20. Jahrhundert ist als das Jahrhundert der Kriege und verbrecherischen Regime in die Geschichte eingegangen. Eine Ära des Lachens? Zumindest sind Humor, Satire und Nonsens seit mehr als 100 Jahren überall und für jeden verfügbar. Die Zeitschrift spielte als „Medium der Moderne“ dabei eine zentrale Rolle: Unterhaltung wurde für jeden erschwinglich. Billige Blättchen witzelten über das, was die Gesellschaft bewegte. In scheinbar harmlosem Gewand verhandelten sie Themen wie Klasse, Geschlecht, Ethnie, Macht, Feindschaft und Gemeinschaft. Dabei sprachen sie auch unangenehme Wahrheiten aus, sie schütteten das „Brausepulver ins Nachtgeschirr“. Ob harmloser Humor oder scharfe Satire, frivole Zoten oder alberner Nonsens: Auch die jeweils populäre Form des Komischen spricht Bände.

In Kooperation mit dem Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig.

Universal. Reclams Jahrhundertidee – Leipzig 1867 bis 1990

27. Oktober 2017 bis 3. Juni 2018 // Kabinettausstellung im Tresor

Zum 150. Geburtstag des ersten Heftes von Reclams Universal-Bibliothek (RUB) widmet das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek der Idee des Verlegers Anton Philipp Reclam (1807–1896) eine Kabinettausstellung. Die älteste noch existierende deutschsprachige Taschenbuchreihe – bis in unsere Tage die Marke des Verlags – versprach „ein Erscheinen sämtlicher classischer Werke unserer Literatur“ zum Niedrigpreis. Auch heute noch gilt die in Leipzig gegründete Universal-Bibliothek als Herzstück des Reclam-Verlages. Der niedrige Preis bei hoher Auflage erlaubte eine maximale Verbreitung von Texten und steht für den modernen Gedanken einer Literaturversorgung für alle.

Anhand ausgewählter Exponate, vorwiegend aus der Sammlung von PD Dr. Hans-Jochen Marquardt, konzentriert sich die Schau auf wenige Schlaglichter mit dem Schwerpunkt der Leipziger Produktion. Ausgehend vom „Klassikerjahr“ 1867 wird der Blick auf die Buchgestaltung, die technische Herstellung und innovative Werbemethoden der Reihe gerichtet.

Die Schau fragt auch nach Reclams Universal Bibliothek im Krieg und nimmt die Feldbücherei und Tarnschriften in den Blick. Ferner stellt die Kabinettausstellung Reclams berühmten Bücherautomaten vor, vermittelt einen Eindruck vom thematischen Profil der Universal-Bibliothek in der DDR und zeigt, wie der Verlag seine zahlreichen Jubiläen zu zelebrieren wusste.

Leipzig – ein Zentrum der Verlags- und Buchhandelsgeschichte

26. April 2017 bis 24. Juni 2018 // Präsentation zur Tagung der Historischen Kommission des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V. (27. bis 28. April 2017)

Anlässlich der am 27. und 28. April 2017 in Kooperation mit der Historischen Kommission des Börsenvereins veranstalteten Konferenz „Der Buch- und Informationsmarkt in Deutschland 1990 bis 2015“ gibt das Deutsche Buch- und Schriftmuseum einen kleinen Einblick in die umfangreichen Bestände: Buchhandelsgeschichtliche Plakate spiegeln 100 Jahre Werbung fürs Buch.

Die im Deutschen Buch- und Schriftmuseum bewahrten historischen Bestände zur Buchhandelsgeschichte gehen auf den 1825 in der Buchstadt Leipzig gegründeten Börsenverein der Deutschen Buchhändler zurück. Sie umfassen viele hunderttausend schriftliche und bildliche Quellen des 16. bis 21. Jahrhunderts. Darunter befinden sich etwa 25.000 Geschäftsrundschreiben, 4.300 Buchhändler*innenporträts, 18.000 Verlagssignets und 1.800 Plakate. Unter den zahlreichen bedeutenden Autografen und Verlagsarchiven befinden sich etwa diejenigen der Verlage Karl Robert Langewiesche, Gustav Fischer und Faber&Faber. Teilnachlässe von Buchhändler*innen, darunter die Göschen-Brief-Sammlung, die Dr. Alphons-Dürr-Stiftung und das Kummersche Archiv, aber auch eine umfangreiche Sammlung von Verlags- und Antiquariatskatalogen. Diese werden auch im Kontext der Provenienzforschung von wachsender Bedeutung sein.

Sensation – Propaganda – Widerstand. 500 Jahre Flugblatt – von Luther bis heute

9. Dezember 2016 bis zum 23. Juli 2017 // Wechselausstellung

Ohne das Medium Flugblatt hätten die reformatorischen Gedanken Martin Luthers niemals das Echo gefunden, welches Luther schließlich zu einer der wichtigsten Protagonisten der Neuzeit gemacht hat. Das erst durch den Buchdruck mit beweglichen Lettern ermöglichte Massenmedium Flugblatt übernahm im 16. Jahrhundert die Berichterstattung und stellte eine bis dahin nicht gekannte Öffentlichkeit her.

Die Ausstellung, die sich – ausgehend vom Lutherjahr 1517 - der Geschichte des Flugblatts bis in die heutige Zeit widmet, fragt anhand von neun Kapiteln nach der Wirkmächtigkeit von Flugblättern und holt die Besucher*innen dort ab, wo sie heute stehen: Auch die Zeit der digitalen Netze kennt den „Blätterwald“.

Ob frühe Sensationsmeldungen über Monster oder „Flugschriften im Glaubensstreit“, ob „Die Welt der Fliegenden Blätter“ im 19. Jahrhundert oder das Flugblatt zwischen Propaganda und Widerstand im Krieg, ob die Provokationen und Eskalationen der 1968er, das fliegende Blatt in der Friedlichen Revolution oder der Blätterwald im Zeitalter der digitalen Netze: Das Flugblatt entpuppt sich als Agent eines widerständigen Alltags. Das Thema „Kleine Techniken des Aufbegehrens“ schließlich erlaubt einen Blick in die technischen Werkstätten hinter den Flugblättern.

Leibnix – Das Universalgenie im Mosaik

13. November 2016 bis 7. Mai 2017 // Kabinettausstellung im Tresor

Der Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz (1646–1716) ist bis heute nicht nur als Wissenschaftler und Philosoph präsent, er inspirierte mit seinen Erkenntnissen und Erfindungen auch zahlreiche zeitgenössische Comics.

Im Zentrum der Kabinettausstellung steht das älteste und auflagenstärkste deutsche Comic-Magazin „Mosaik“, das bereits seit 1957 monatlich erscheint. In der Serie „Gold und große Geister“ hatte Leibniz dort als Comic-Figur eine Fülle von Abenteuern im barocken Europa zu bestehen – gemeinsam mit den drei Abrafaxen, Abrax, Brabax und Califax, die „Mosaik“ berühmt gemacht haben. Präsentiert werden Entwürfe, Originalzeichnungen und Mosaikhefte der Serie aus dem Verlagsarchiv.

Begleitend zur Ausstellung erschien der Sonderband „Abenteuer Wissenschaft - Die Abrafaxe unterwegs mit Gottfried Wilhelm Leibniz“ mit den Mosaik-Bildgeschichten und einem Essay des Leibniz-Kenners Dr. Georg Ruppelt.

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Verlage im „Dritten Reich“

16. März 2016 bis 26. März 2017 // Foyer-Präsentation

Ob „Mein Kampf“ in der Geschenkausgabe von 1938 oder die billigen und ertragreichen Massenauflagen der braunen Propagandaschriften, ob die Flut an Büchern für die Front oder die unter Lebensgefahr hergestellten und vertriebenen Tarnschriften – diese Bücher haben eines gemeinsam: Sie sind unter den Rahmenbedingungen der nationalsozialistischen Diktatur entstanden. Während die einen Verlage die wirtschaftlichen Nutznießer der Ideologie waren und Millionengewinne mit ihren Drucken erzielten, bedeutete das Verlegen für die anderen Gefahr an Leib und Seele. Die Präsentation gibt einen kleinen Einblick in die Verlagswelt jener Zeit.

BAHNRISS?! Papier | Kultur

19. Februar bis 2. Oktober 2016 // Wechselausstellung

Wenn im Maschinensaal der Papierfabrik der Ruf „Bahnriss!“ erschallt, wissen die Papiermacher, was Sache ist – ein technischer Störfall ist eingetreten, die endlose Papierbahn ist auf dem langen Weg zwischen Sieben, Walzen und Trockenzylindern gerissen. Generationen von Maschinenführer*innen haben die Vorgänge optimiert und automatisiert.

Doch nun droht ein ganz anderer Riss – die über Jahrhunderte sich geradezu symbiotisch entwickelnde enge Bindung von Papier und Kultur ist im Zeitalter der Apps und multifunktionalen Fernsehgeräte brüchig geworden. Zwar steigt weltweit nach wie vor die Papierproduktion erheblich, doch wer die Statistiken unter regionalen und sachlichen Aspekten durchpflügt, wird dabei erstaunliche Feststellungen machen: Das Ursprungland China ist heute der weltweit wichtigste Papierproduzent, und Verpackungspapiere dabei der wichtigste Sektor.

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2012–2015

Reading a book? Hollywood liest

27. November 2015 bis 9. Oktober 2016 // Kabinettausstellung im Tresor

Vom 27. November 2015 bis 9. Oktober 2016 zeigt das Deutsche Buch- und Schriftmuseum die Ausstellung „Reading a book? Hollywood liest“. Ob Jean Harlow, Marilyn Monroe, Joan Crawford, Ronald Reagan, James Stewart, Cary Grant oder Clark Gable: Hollywood-Glamour schmückt sich mit Buch. Tragende Rollen spielten Bücher selten im Film. Aber sie gehörten zu dessen gewöhnlichsten Requisiten. Seitdem Bücher aber nicht mehr exklusiv für Bildung und sozialen Status stehen, sieht man sie seltener auf der Leinwand. Die Ausstellung zeigt anhand von knapp 70 Fotografien aus den 1920er- bis 1970er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine kurze Bildgeschichte der Beziehung zwischen Star und Buch.

Die von Günter Karl Bose zusammengetragene Sammlung von Fotos lesender Filmstars zeigt auch ein besonderes Stück Kinogeschichte: Die Beziehung zweier einst konkurrierender Medien, deren Zeit inzwischen abgelaufen zu sein scheint.

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SchriftBild. Russische Avantgarde

5. Juni bis 4. Oktober 2016 // Wechselausstellung

Die Ausstellung gibt einen Einblick in ein Jahrhundert-Experiment: Der bürgerlich-akademischen Kultur in Russland des beginnenden 20. Jahrhunderts setzen die Künstler*innen der russischen Avantgarde eine Neudefinition von Kunst entgegen. Nicht nur der jahrhundertelang tradierte Unterschied von Hochkultur und Alltagskultur, auch die Grenzen zwischen den Künsten werden eingerissen. Sprache, Schrift und Bild verschmelzen zu einer Synthese, neue Zeichenwelten mit universellem Anspruch entstehen.

Die Ausstellung kann dank der großzügigen Unterstützung zahlreicher russischer Leihgeber*innen Arbeiten von allen wichtigen russischen Künstler*innen der Zeit zeigen - darunter Vladimir Mayakovsky, Alexander Rodchenko, Natalia Gontcharova, Pavel Tretyakov und Varvara Stepanova. Die Schau, die das Deutsche Buch- und Schriftmuseum im Rahmen des vom Auswärtigen Amt initiierten Jahres der deutsch-russischen Literatur in Kooperation mit dem Staatlichen Museums- und Ausstellungszentrum ROSIZO, Moskau zeigt, gibt einen einmaligen Einblick in diese vielstimmige kulturelle Revolution am Beginn des 20. Jahrhunderts.

geschrieben – gesetzt. Gutenberg-Preis 2015 an Jan Philipp Reemtsma

27. Juni 2015 bis 21. Februar 2016 // Foyer-Präsentation

Das Deutsche Buch- und Schriftmuseum zeigt anlässlich der Verleihung des Gutenberg-Preises der Stadt Leipzig vom 27. Juni 2015 bis 21. Februar 2016 eine kleine Ausstellung mit Büchern, die Jan Philipp Reemtsma befördert, finanziert, initiiert, betreut, herausgegeben oder verfasst hat.

Thema der Präsentation sind die Typograf*innen und Buchgestalter*innen – allen voran Friedrich Forssman, Wilfried Gandras, Franz Greno und Urs Jakob -, die den Texten durch die Typografie, den Satzspiegel, Buchumschlag und Einband ein unverwechselbares Gesicht gegeben und den Gedanken ein Kleid verpasst haben. Ihre Leistung ist zugleich ein vielgestaltiger Beitrag zur Buchästhetik in Deutschland zum Ende des 20. und Anfang des 21. Jahrhunderts.

Kafka im Künstlerbuch

11. März bis 6. September 2015 // Kabinettausstellung im Tresor

Die Ausstellung widmet sich der Frage, wie sich bildende Künstler*innen mit ihren Stilmitteln und Techniken den geheimnisvollen Texten Kafkas nähern. Der überbordende Bilderreichtum von Kafkas Texten hat zahlreiche Buchgestalter*innen, Illustrator*innen und Typograf*innen zur Auseinandersetzung mit den rätselhaften und skurrilen Texten des Prager Autors angeregt. Die Wurzeln der so entstandenen Werke liegen in der visuellen Suggestionskraft von Kafkas Sprache.

Die Austellung versammelt Arbeiten, die das Bedrohungspotenzial von Kafkas Imaginationen in Bilder und optische Spuren verwandelt. Der Schwerpunkt liegt auf Künstlerbüchern zu Texten Kafkas, aber auch Grafikmappen, bibliophile Ausgaben, Comics, typografische Arbeiten und Buchobjekte zeigen den bildkünstlerischen Umgang mit den rätselhaften Texten.

Kindheit und Jugend im ersten Weltkrieg

13. Dezember 2014 bis 3. Mai 2015 // Wechselausstellung

Das Deutsche Buch- und Schriftmuseum erinnert mit einer Ausstellung vom 13. Dezember 2014 bis zum 3. Mai 2015 an die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“, die über 15 Millionen Tote forderte und eine Epochenzäsur in der Weltgeschichte setzte. Die Ausstellung legt den Fokus auf die junge Generation, die durch den Nationalismus und Militarismus des deutschen Kaiserreiches geprägt war und von der Propaganda und den Kriegsereignissen erfasst und erschüttert wurde. Fünf Themenmodule skizzieren den Weg von der Kriegserziehung über die Wehrdienstvorbereitung und den Alltag an der Heimatfront bis zu den grauenhaften Erlebnissen der jungen Menschen auf den Schlachtfeldern. Anlass für die Auseinandersetzung mit dem Thema ist ein Projekt zur Erschließung der „Sammlung Erster Weltkrieg“, die mit ihren rund 50.000 Titeln zu den größten Kriegssammlungen in Deutschland gehört.

Die Welt in Leipzig. 100 Jahre Internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik

11. März 2014 bis zum 12. Oktober 2014 // Wechselausstellung

2014 jährt sich die Internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik (Bugra) in Leipzig zum 100. Mal. Das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek widmet dieser ersten und letzten Weltausstellung des Buches pünktlich zur Leipziger Buchmesse vom 11. März 2014 bis zum 12. Oktober 2014 eine Schau, die Besucher*innen auf eine abwechslungsreiche historische Spurensuche mitnimmt. Ob es der Nachbau eines chinesischen Gelehrtenhauses mit Grillenkäfig und Wasserpfeifen ist, die den Gelehrten als Inspirationsquelle diente, oder die neuesten technischen Verfahren zur massenhaften Druckproduktion, ob es die pfiffigen Werbestrategien der Weltaustellung oder die zahlreichen Schmauchspuren sind, die zwei Weltkriege auf den historischen Objekten hinterlassen haben: Wie in einem Brennglas erzählt die Ausstellung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums den Vorabend des Ersten Weltkrieges einmal ganz anders. Ein historischer Lageplan mit gekoppelter Diaschau von alten Ansichten der Bugra lädt die Besucher*innen zu einer eigenen Spurensuche ein.

Die Bugra stand in der Tradition der großen Ausstellungen des 19. Jahrhunderts und veranschaulichte die komplexen technischen und kulturellen Aspekte rund um die Themen Schrift, Druck und Buch für ein großes Publikum. Mit 400.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche, auf denen 22 Nationen ihre Produkte präsentierten, lockte die Bugra mehr als 2,3 Millionen Menschen aus dem In- und Ausland nach Leipzig. Neben den Nationenpavillons, in denen sich die teilnehmenden Staaten vorstellten, zogen die „Halle der Kultur“ und zahlreiche Fach- und Firmenausstellungen das Publikum an. Ein großer Vergnügungspark mit Wasserrutsche, Panoramabahn und Tanagra-Theater sorgte für Abwechslung und Unterhaltung. Aber auch der Börsenverein der Deutschen Buchhändler zu Leipzig und die Akademie, die Schule, die Frau, der Kaufmann, die Deutschen Kolonien, die Fachpresse, die Weltsprache Esperanto, die Reklamemarke und die Wandervogelbewegung hatten ihre Themenhäuser auf der Bugra.

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Illustrierte Idylle? Die Gartenlaube: Gesichter eines Massenblattes

8. November 2013 bis 11. Mai 2014 // Kabinettausstellung im Tresor

Als der Leipziger Verleger Ernst Keil vor 160 Jahren sein „neues Blättchen… für’s Haus und für die Familie, … für Groß und Klein, für Jeden …“ ankündigte, war kaum damit zu rechnen, welchen Erfolg und welche Bedeutung „Die Gartenlaube“ erzielen würde. Wer vermutet schon, dass sie den Grundstein zur Entwicklung der modernen Boulevardmagazine im Hochglanzstil legte?

Über die Bilderwelt der Gartenlaube, die in der deutschen Pressegeschichte einen besonderen Platz einnimmt, geht die Kabinettausstellung den Herstellungstechniken und verschiedenen Gesichtern des Massenblattes nach. Gemeinsam mit dem „Pfennig-Magazin“ und der „Illustrirten Zeitung“ gehörte „Die Gartenlaube“ zu den Medien, die mit ihren schwarz-weißen Holzstichbildern den Beginn der illustrierten Massenpresse im 19. Jahrhundert einläuteten.

Als „Illustrirtes Familienblatt“ verkörperte sie einen neuen Medientypus, wurde zum auflagenstärksten, wirkmächtigsten und oft imitierten Blatt. Als Wissenssammlung, Ratgeber und Unterhalter fand die Zeitschrift in vielen Bücherschränken einen Platz. Mit ihren inhaltlichen und ästhetischen Gesichtern spiegelt sie den Zeitgeist und Geschmack eines breiten Leser*innenpublikums wider, gilt als reiche Quelle der Kulturgeschichte, steht aber zugleich als Synonym für eine idyllische und rührselige Bilder- und Romanwelt.

Vanitas – Tod im Buch

17. Mai bis 22. September 2013 // Kabinettausstellung im Tresor

Anlässlich des Wave-Gotik-Treffens in Leipzig, des europaweit größten Treffs der „schwarzen Szene“ – zeigt das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek die Ausstellung „Vanitas – Tod im Buch“. Zu allen Zeiten haben sich Grafiker*innen, Dichter*innen und Buchkünstler*innen ein Bild vom Tod gemacht. Zwischen Todesangst und Todessehnsucht war das Ende des irdischen Lebens immer schon Projektionsfläche für die wichtigen Fragen des Lebens und eine Herausforderung für die Kunst.

Wer weiß heute noch, dass im frühen 19. Jahrhundert Totenköpfe auf Kaffeetassen gemalt wurden? Dass ein Krokodil einst als Symbol für immer währende Liebe galt? Dass ein Berliner Pfarrer zur Schere griff, um die Trauer um seine im Ersten Weltkrieg gefallenen Brüder in einem Scherenschnitt zu verarbeiten? Dass im Jahr 1663 die Neugier der Menschen auf ein fürstliches Leichenbegängnis mit einem Riesenkupferstich bedient wurde, der den ganzen langen Trauerzug in allen Details abbildet? Dass auch Comiczeichner*innen originelle Darstellungsformen für den Tod gefunden haben – z. B. das leere Bildfeld?

Bücher, Grafiken, Exlibris und kulturgeschichtliche Gegenstände aus den Sammlungen des Deutschen Buch- und Schriftmuseums lassen einen Blick auf unterschiedliche und aus heutiger Sicht manchmal ungewöhnliche Gesichter des Todes zu. In Totentänzen, Emblembüchern, barocken Vanitasbildern, Anatomiewerken, im romantischen Kult um Grabstätten oder auch im Kinderbuch erscheinen die Figurationen des Todes und sind Zeugen von Kriegen, Krankheiten oder Revolutionen, Allegorien der Unendlichkeit, dunkle Boten aus dem Reich des Unbewussten, grotesker oder makabrer Ausdruck menschlicher Ängste. Von den frühen Totentänzen bis zur Fantasygrafik im heutigen Comic ist die Symbolik der Schädel, Gerippe, Särge, Gräber, verwelkten Blumen oder verlöschenden Kerzen dabei eine kulturelle Konstante geblieben.

Anschlag. Plakate zur Mediengeschichte

12. März – 1. September 2013 // Wechselausstellung

Die Ausstellung gibt anhand der optisch sehr attraktiven Mediengattung Plakat einen Einblick in ungehobene Schätze des Museums: Präsentiert werden 100 Plakate aus über 100 Jahren, deren Bildmotive es einmal mehr erlauben, Mediengeschichte doppelt – zur Wissensvermittlung und zum Vergnügen – in Szene zu setzen.

Ob Ware oder Dienstleistung, Kultur, Partei oder Propaganda: Das Plakat versorgt die Straße mit leicht verständlicher Schrift- und Bildsprache, die verführt und überzeugt. Sein Sinn und Nutzen: Die Botschaft verstehen im Augenblick des Sehens. Das Plakat verdankt seinen Erfolg dem scharfen ökonomischen Wettbewerb im 19. Jahrhundert, als es sich von Frankreich, Großbritannien und den USA ausgehend als eigenständige Kunstgattung etablierte. Und bis heute – im Vielerlei einer hybriden Medienwelt - behauptet das Plakat seine Präsenz im öffentlichen Raum.

Der Fokus der Ausstellung gilt dem Plakat als Werbeträger für Medien. Ob für Bücher, Zeitungen oder Radio, für Fernsehen, Lesewochen, Tinte oder Twitter: Das Plakat ist immer auch ein Seismograph und Spiegel seiner Zeit und ihrer Visionen. Medien prägen Kultur – demonstrativ und massenwirksam, eindringlich und verführerisch, farbenfroh und großflächig mit dem Plakat.

Thomaner forever: Noten aufzeichnen – Klang speichern

3. November 2012 bis 5. Mai 2013 // Kabinettausstellung im Tresor

Als Beitrag zum 800. Geburtstag der Thomaner lenkt die Deutsche Nationalbibliothek mit Exponaten aus den Sammlungen des Deutschen Buch- und Schriftmuseums und des Deutschen Musikarchivs die Aufmerksamkeit auf die technischen Voraussetzungen zur Speicherung und Verbreitung von Musik, die es erst erlauben, den flüchtigen Klang auf Dauer zu bewahren.

Heute, da Musik allerorten als Konserve verfügbar ist, lässt sich kaum mehr nachvollziehen, dass das Musikhören über Jahrtausende hinweg ausschließlich an den Moment der Aufführung gebunden war. Mit einer Auswahl mittelalterlicher Pergamenthandschriften, besonderen Notendrucken, grafischen Werkzeugen, Notenschreibmaschine, Grammophon und Tonträgern mit Aufnahmen des Thomanerchores spürt die Ausstellung wichtigen Innovationen in der Aufzeichnung von Musik nach.

Zu den besonderen Exponaten zählen u. a. ein Missaledruck der berühmten italienischen Druckerfamilie Giunta von 1584, ein Musterbuch der Schriftgießerei J. G. I. Breitkopf in Leipzig von 1789, der erste gelungene Versuch einer Steinzeichnung von Alois Senefelder 1797 (Inkunabel der Lithografie), eine Notenschreibmaschine der Firma Wanderer, Werkzeuge zum Notenstich aus dem Leipziger Traditionsunternehmen C. G. Röder, ein Grammophon mit Pathé-Blumentrichter von 1910 und frühe Aufnahmen des Thomanerchores auf Schellackplatten.

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